Meditation

Meditation mit ohne Mantra

Meditation war früher etwas „Gefährliches“, damals in den 80ern in dem kleinen Dorf in Niedersachsen, wo ich aufgewachsen bin. Das fand zumindest die Kirche und die Dorfbevölkerung und sicher eine Vielzahl weiterer Menschen in Deutschland und in anderen Landen. Als Kind entschied ich daher, dass es klug sei, nicht jedem zu erzählen, dass ich meditiere. Heute ist das genau andersrum: ich kann jedem erzählen, dass ich meditiere. Meditation ist ein Trend, ist hip, gesund, lässt uns im Leben besser klarkommen. Das Interesse ist groß, nur wie fängt man an und mit welcher Technik? Es gibt tausend verschiedene Arten zu meditieren. Man hat die Qual der Wahl.

Da ich nun schon so lange dabei bin in der „Szene“ und immer wieder danach gefragt werde, möchte ich mal ein paar Insights und Tipps aus meiner Praxis geben. Ich habe Mantra Meditation (TM) gelernt bevor ich Lesen und Schreiben gelernt habe, das ist jetzt 35 Jahre her. Mantra Meditation ist auch nach der ganzen langen Zeit immer noch meine Lieblingsmeditation. Ausprobiert habe ich viele Techniken, geblieben bin ich bei meiner über die Jahre feingeschliffenen eigenen Form von Mantra Meditation: Ich würde sie „Mit-Ohne-Mantra-Meditation“ nennen. Sie vereint das Beste aller Techniken in einer. Zumindest behaupte ich das so. Alle Techniken kenne ich gar nicht. Nur die, die ich ausprobiert habe. Aber alle diese Techniken stiller Meditation, die ich kenne, verschmelzen in meiner zu einer.

Ich habe ein Lebensmotto, das für alle Lebensbereiche gilt: es darf leicht gehen. In Bezug auf die Meditation bedeutet das: Ich sitze (oder liege, stehe, gehe) bequem, ich bin entspannt und die Meditation ist anstrengungslos und effektiv (bedeutet für mich: Einheitserfahrungen, Wunder im Leben, erfrischt fühlen, entspannt sein, gut schlafen, wach und klar sein, ich bin im Flow). MeditationAnders möchte ich nicht meditieren (z.B. Schmerzen bekommen vom lange grade sitzen oder Knoten im Kopf bekommen vor lauter Konzentrationsanstrengung). Es gibt die eine oder andere Meditationsform, bei der ich mich frage: Warum sollte ich das tun, wenns auch angenehm geht?

Wie mache ich das also mit dem Meditieren? Ich setze mich hin (und achte darauf, dass ich bequem sitze, wie auch immer das für dich aussieht: drinnen auf dem Bett, Sofa, Boden oder draußen unter einem Baum oder in der U-Bahn; angelehnt oder nicht; auf weichem Untergrund sitzend oder auf hartem; mit Räucherstäbchen oder ohne; in Yoga-Dress oder in Alltagsklamotte). Um mich auf die Meditation vorzubereiten mache ich manchmal für ein paar Minuten eine Atemübung meiner Wahl (z.B. Wechselatmung), dann sitze ich eine kurze Weile mit geschlossenen Augen einfach da und tue nichts und beginne dann mit meinem Mantra (was das genau ist und wo du es herbekommst, sage ich später). Dieses Mantra wiederhole ich dann einfach innerlich für 5, 10, 20, 30 Minuten. Wenn ich fertig bin (das sagt mir ein Timer oder mein Gefühl), dann lasse ich meinen Geist noch eine Weile ruhen und mache wieder eine kurze Zeit lang nichts. Fertig. Den Vorher – Nachher Unterschied merke ich jedes Mal. Meditation funktioniert immer. Und das hat nichts damit zu tun, ob ich es schaffe, die Gedanken in meinem Kopf zur Ruhe zu bringen. Manchmal sind sie einfach doll da, dann wieder weniger, dann gar nicht. Und Meditation funktioniert trotzdem. Durch alle Gedanken hindurch. Man braucht nur ein Mantra und das Wissen, wie man mit dem Mantra umgeht und wann man es loslässt und einfach im eigenen Sein schweben kann (daher Mit-Ohne-Mantra).

Das Mantra: Es gibt unzählige verschiedene Mantren: kurze, lange, mit Bedeutung, ohne Bedeutung. Ich empfehle ein Mantra, dass nur ein Klang ist, so wie das wohl bekannteste indische Mantra: Om. Du kannst dir ein Mantra von einem Meditationslehrer geben lassen oder selbst ein Mantra finden. Ich empfehle ein Mantra zu wählen, dass keine Wort-Bedeutung hat, über die du dann während der Meditation nachsinnen kannst.

Umgang mit dem Mantra: Der Trick liegt im anstrengungslosen Umgang mit dem Mantra. Wiederhole es einfach innerlich in einem für dich angenehmen Tempo. Das Mantra führt dich wie ein Fahrstuhl durch alle Gedankenwellen hindurch zum Grund deines Seins. Du kannst dir das wie ein Meer vorstellen: Oben sind die Gedankenwellen doller zu spüren, es ist oft wild. Je weiter du abtauchst und nach unten kommst, desto ruhiger wird es. Am Grund ist es ganz still, dort liegt all deine Kraft, Weisheit, dein Schatz. Wichtig: das Mantra darfst du ganz entspannt wiederholen. Wenn es mal weggeht, ok. Wenn du viel denkst und immer abschweifst, ok, Wenn du dich mal in der Einheit auflösen solltest, ok (dann lass das Mantra bloß weg, es hat dich zum Ziel geführt). Im richtigen Moment ist also loslassen dran. Den Rest der Zeit – wenn du dich nicht grad aufgelöst hast und schwebst – komm einfach immer wieder zum Mantra zurück und wiederhole es in einer dir angenehmen Geschwindigkeit, ohne zwanghaft zu sein oder dich anzustrengen. Du kannst das Mantra nutzen wie du möchtest, wie es dir angenehm ist. Es ist „nur“ dein Fahrzeug, das dich zu dir bringt. Wenn du angekommen bist, kannst du aussteigen. Manchmal ist der Weg etwas unwegsam und scheint versperrt, dann bleib einfach drin im Mantra-Fahrzeug und lass die Wellen einfach Wellen sein. Du kommst deinem Seins-Grund trotzdem näher, auch wenn du es nicht merkst.

TIPP: Genauso wie du mit dem Mantra in der Mantra Meditation umgehst, kannst du auch in der Atemmeditation Lichtatmung mit dem Atem umgehen. Lass den Atem einfach dein Mantra sein. Nimm ihn in deine Aufmerksamkeit, dein ganzes Bewusstsein ist nur noch beim Atem. Der Atem ist dein Fahrstuhl zu dir, durch alle Schichten deines Wesens hindurch trägt er dich und führt dich zu dir, in die Einheit mit allen. Und wenn der Weg zur Einheit versperrt ist durch die eine oder andere Blockade, ist das auch ok. Der Atem, das Mantra, trägt dich hindurch und macht den Weg frei.

 

Wenn du Meditation praktizieren willst, komm gerne zu unseren Lichtatmungen. Das sind die „Mit-Ohne-Mantra-Atemmeditationen“. Sie funktionieren auch bei Menschen, die sagen „Meditation funktioniert bei mir nicht“. Wenn du speziell die stille Mantra Meditation lernen möchtest, dann kontaktiere uns gern. Je nach Kapazitäten biete ich Einführungen in die Mantra Meditation an. Oder ich empfehle dir einen Meditationslehrer meines Vertrauens.

 

 

Vidya Ulbricht

Ist in New Delhi, Indien, geboren und begann als Kind mit Meditation (TM). Sie ist Atemtherapeutin, Yoga-, Meditationslehrerin und ausgebildet in verschiedenen schamanischen Traditionen und alternativen Heilmethoden. Neben der Atemtherapie/Lichtatmung liegt ihr die Arbeit mit Frauen (Wild Woman Dance) sehr am Herzen. Vidya ist studierte Indologin (MA) und professionelle Online Marketing Managerin.

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